Forschungsfragen Klima

The '2°C capital stock' for electricity generation: Committed cumulative carbon emissions from the electricity generation sector and the transition to a green economy

Alexander Pfeiffer; Richard Millar; Cameron Hepburn; Eric Beinhocker · · Applied Energy (Elsevier), Vol. 179, S. 1395–1408

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2016-pfeiffer-2c-capital-stock
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Notizen

Peer-reviewed Hauptreferenz für den Stranded-Assets-/Committed-Emissions-Mechanismus (Oxford, Smith School / INET, 2016). Führt das Konzept „2°C capital stock" ein: den kumulierten CO2-Ausstoß, zu dem sich der bereits errichtete und geplante Stromerzeugungs-Kapitalstock über seine technische Restlebensdauer verpflichtet. Kernbefunde: (1) der globale Stromsektor-Kapitalstock war bereits ~2017 „committed" über das 2°C-Budget hinaus, wenn alle Anlagen ihre normale Lebensdauer erreichen; (2) jedes Jahr ohne Stilllegung/Nicht-Neubau verschiebt die Schwelle weiter und vergrößert das Volumen vorzeitig stillzulegender (= „stranded") Vermögenswerte; (3) Pfad-Abhängigkeit (lock-in) macht frühe Investitions-Entscheidungen kostspielig zu korrigieren — vorausschauend richtig dimensionierte Infrastruktur vermeidet spätere Strandungs- und Nachrüstkosten. Refresh-Frequenz: static (Paper).

Zusammenfassung

Pfeiffer, Millar, Hepburn & Beinhocker (Applied Energy, 2016; Oxford Smith School / Institute for New Economic Thinking) führen das Konzept des „2°C capital stock" ein: die kumulierten CO2-Emissionen, zu denen sich der bereits existierende und geplante Stromerzeugungs-Kapitalstock über seine erwartete technische Lebensdauer verpflichtet („committed emissions"). Sie zeigen, dass dieser festgelegte Emissionspfad das mit einem 2°C-Ziel verträgliche Budget für den Stromsektor bereits in den späten 2010er Jahren ausschöpft bzw. überschreitet, sofern alle Anlagen ihre normale Lebensdauer erreichen. Daraus folgt: jede weitere fossile Kapazität, die noch errichtet wird, muss entweder vorzeitig stillgelegt werden (= „stranded asset", Wertverlust) oder das Klimaziel wird verfehlt. Das Paper liefert den ökonomisch-physikalischen Kern des Stranded-Assets-Risikos und der Pfad-Abhängigkeit (carbon lock-in): Investitions- Entscheidungen in langlebige Infrastruktur sind nur schwer und teuer umkehrbar.

Daten/Methodik

Globaler Stromsektor-Kapitalstock-Datensatz (Platts WEPP), Restlebensdauer-Annahmen pro Technologie, Carbon-Budget-Szenarien (RCP/IAM-konsistent). Berechnung der „committed cumulative emissions" über die verbleibende technische Lebensdauer des bestehenden und in Bau/Planung befindlichen Kraftwerksparks. Sensitivitäten zu Lebensdauer, Auslastung und Budget-Pfaden.

Befunde

  • „Committed emissions" des bestehenden + geplanten Stromsektor-Kapitalstocks überschreiten das 2°C-konsistente Budget bereits ohne weiteren Neubau.
  • Jedes Jahr verzögerter Stilllegung/Nicht-Neubau vergrößert das Volumen vorzeitig abzuschreibender (stranded) Vermögenswerte und verschärft die Pfad-Abhängigkeit.
  • Carbon lock-in: langlebige Infrastruktur-Investitionen sind teuer korrigierbar → vorausschauende Dimensionierung senkt spätere Strandungs- und Nachrüstkosten.

Bezug zu Wien

Internationaler Backbone für den Stranded-Assets-/Exnovation-Teil von WFK-9.2.2: liefert die peer-reviewte Begründung, warum die Vermeidung von Carbon-Lock-in und das geordnete Abschreiben obsoleter Infrastruktur (z.B. fossile Wärmeerzeugung, Gasnetz- Abschnitte) ein eigenständiges ökonomisches Problem sind — und warum vorausschauend richtig dimensionierte Infrastruktur (Wärmenetze, Leerverrohrung) spätere Strandungs-/Nachrüstkosten vermeidet. Generisch/global; enthält keine Wien-spezifische Asset-Bilanz (siehe Forschungslücken im Brief).

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Quelldatei

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