Anthropogenic intensification of short-duration rainfall extremes
Fowler, Hayley J.; Lenderink, Geert; Prein, Andreas F.; Westra, Seth; Allan, Richard P.; Ban, Nikolina · · Nature Reviews Earth & Environment, Vol. 2, S. 107–122 (Springer Nature)
Bibliographische Details
- Quellen-ID
- 2021-fowler-rainfall-extremes
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Notizen
Review-Synthese zur anthropogenen Verstärkung kurzzeitiger (sub-täglicher) Starkregen-Extreme. Kernbefund: Konvektive Starkregen intensivieren sich mit der Erwärmung oft stärker als die Clausius-Clapeyron-Rate (~7 %/K) erwarten ließe („super-CC-Scaling"), mit besonderer Relevanz für urbane Überflutungsvorsorge, weil kurze, intensive Zellen die maßgebliche Belastung für Kanalnetze und Retentionsflächen sind. Liefert den physikalischen Rahmen, warum künftige Bemessungs-Regen (IDF-Kurven) für Wiener Grün- und Freiraumplanung nach oben zu revidieren sind.
Zentrale Befunde
- Super-Clausius-Clapeyron-Scaling: Kurzzeitige (stündliche/sub-stündliche) konvektive Starkregen nehmen mit steigender Temperatur vielerorts stärker zu als die thermodynamische Basisrate von ~7 %/K — ein Signal, das bei Tagesniederschlägen abgeschwächt oder verdeckt ist.
- Urbane Relevanz: Gerade die kurzen, hochintensiven Ereignisse bestimmen die Belastung von Entwässerungssystemen und Retentionsräumen; ihre überproportionale Intensivierung erhöht das pluviale (regen-induzierte) Überflutungsrisiko in verdichteten Städten.
- Beobachtung + Modellierung konvergieren: Konvektionsauflösende Klimamodelle stützen die beobachteten Trends und machen belastbarere Projektionen für Bemessungsniederschläge möglich als grob aufgelöste GCMs.
- Konsequenz für Bemessung: Historische IDF-/Bemessungsregen unterschätzen künftige Extreme — Infrastrukturbemessung sollte instationäre (nicht-stationäre) Statistik verwenden.
Methodik
Narrativer Review + Synthese aus Beobachtungsreihen, Skalierungs-Analysen (CC-Scaling) und konvektionsauflösenden regionalen Klimamodellen; keine eigene Einzelfall-Messkampagne.
Einschränkungen
- Globaler Review-Fokus; regionale Ausprägung (Alpenraum/Wien) ist im Detail von lokalen konvektiven Regimen und Orographie abhängig.
- Sub-tägliche Beobachtungsreihen sind räumlich ungleich verfügbar, was regionale Trendabschätzungen begrenzt.
Relevanz für den Forschungskatalog
Kernbeleg für WFK-6.8.1 (künftige Entwicklung von Niederschlägen, Verortung und Starkregenereignissen): begründet, warum Starkregen-Extreme sich überproportional intensivieren und Bemessungsgrundlagen für Retentions- und Versickerungsanlagen nach oben zu korrigieren sind. Komplementär zu den Wien/AT-Ankern (Haslinger-Wasserbilanz Österreich, BOKU Imp-DroP) auf der globalen State-of-Science-Ebene.
Zitiert in 1 Forschungsfrage
- Klimafitte Grün- und Freiräume
Quelldatei
sources/2021-fowler-rainfall-extremes.md
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