Forschungsfragen Klima

Modelling the urban water cycle

Mitchell, V. G.; Mein, R. G.; McMahon, T. A. · · Environmental Modelling & Software, Vol. 16, No. 7, S. 615–629 (Elsevier)

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Quellen-ID
2001-mitchell-urban-water-cycle
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Notizen

Grundlagenarbeit zur integrierten Bilanzierung des urbanen Wasserkreislaufs (Aquacycle-Ansatz): koppelt Niederschlag, Verdunstung/Evapotranspiration, Oberflächenabfluss, Versickerung sowie Wasserbezug und Abwasser auf Einzugsgebiets-/Quartiersebene in einer geschlossenen Wasserbilanz. Liefert das methodische Grundgerüst, an dem sich die Berechnung natürlicher Wasserbilanz und Verdunstungsleistung verschiedener Oberflächen (versiegelt vs. begrünt) orientieren lässt.

Zentrale Befunde

  • Integrierte Wasserbilanz: Das Modell (Aquacycle) bilanziert Trinkwasserbezug, Regenwasser, Abwasser, Verdunstung und Versickerung als gekoppelten Kreislauf statt als getrennte Ströme — die Basis, um Wirkungen von Oberflächengestaltung auf die natürliche Wasserbilanz abzubilden.
  • Maßstabsabhängigkeit: Wasserbilanz-Komponenten werden auf Parzellen-, Cluster- und Einzugsgebietsebene aggregiert; damit lässt sich der Effekt von Entsiegelung, Begrünung und Regenwassernutzung skalenübergreifend quantifizieren.
  • Verdunstung als Bilanzgröße: Evapotranspiration wird explizit als Term der Bilanz geführt, wodurch die kühlende und abflussmindernde Leistung begrünter/unversiegelter Flächen rechnerisch fassbar wird.
  • Szenariofähigkeit: Das Rahmenwerk erlaubt den Vergleich von Gestaltungsvarianten (z.B. Regenwassernutzung, dezentrale Versickerung) über ihre Bilanzwirkung.

Methodik

Konzeptionelles, tageszeitlich aufgelöstes Wasserbilanzmodell (Massenbilanz) für urbane Einzugsgebiete; Kalibrierung/Validierung an gemessenen Verbrauchs- und Abflussdaten. Keine mikroklimatische CFD-/energiebilanzbasierte Verdunstungsmodellierung.

Einschränkungen

  • Konzeptionelle Bilanz (keine physikalisch vollständige Energiebilanz der Verdunstung) — für detaillierte Verdunstungsleistung einzelner Bauteil-/Vegetationstypen sind ergänzende ET-Modelle nötig.
  • Parameter sind lokal zu kalibrieren; Übertragung auf Wiener Verhältnisse erfordert lokale Klima- und Verbrauchsdaten.

Relevanz für den Forschungskatalog

Methodischer Kernbeleg für WFK-6.8.2 (Berechnungsmethoden für natürliche Wasserbilanz und Verdunstungsleistung unterschiedlicher Gebäude-/Oberflächengestaltung): liefert das geschlossene Wasserbilanz-Rahmenwerk, in das sich Verdunstung, Versickerung und Abfluss je Oberflächentyp einordnen lassen. Ergänzt die Wiener Instrument-Quelle (GRFWien-Regenwassermanagementfaktor) um ein übertragbares Rechenmodell.

Zitiert in 1 Forschungsfrage

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