Forschungsfragen Klima

Endogenous Growth, Convexity of Damage and Climate Risk: How Nordhaus' Framework Supports Deep Cuts in Carbon Emissions

Dietz, Simon; Stern, Nicholas · · The Economic Journal, 125(583), 574–620

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Bibliographische Details

Quellen-ID
2015-dietz-stern-convexity-damage-climate-risk
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Notizen

Theoretischer Brücken-Anker zwischen dem konservativen Nordhaus-DICE-Rahmen und der Stern-Schlussfolgerung starker früher Emissionsreduktion. Dietz & Stern zeigen formal: schon innerhalb von Nordhaus' eigener Modellfamilie führen drei realistische Anpassungen — (1) endogenes Wachstum (Klimaschäden treffen die Wachstumsrate, nicht nur das Niveau), (2) Konvexität der Schadensfunktion (steiler steigende Schäden bei höherer Erwärmung), (3) explizite Behandlung von Klimarisiko/Unsicherheit (fat tails) — zu deutlich höheren optimalen CO₂-Preisen und stärkeren, früheren Emissionsschnitten. Die scheinbare Kluft Nordhaus-vs-Stern ist damit weniger eine Wert-Debatte (Diskontrate allein) als eine Frage der Modellannahmen. Methodische Quelle für die Sensitivität der Kosten-des-Nicht-Handelns- Quantifizierung gegenüber Schadens-Konvexität, Wachstumswirkung und Risiko.

Zentrale Befunde

  • Drei modell-interne Hebel kippen das Ergebnis: Innerhalb von Nordhaus' DICE-Rahmen führen endogenes Wachstum, eine konvexere Schadensfunktion und explizite Risiko-Modellierung gemeinsam zu wesentlich höheren optimalen CO₂-Preisen und stärkeren frühen Reduktionen — ohne dass eine niedrige Stern-Diskontrate vorausgesetzt werden muss.
  • Konvexität der Schadensfunktion ist entscheidend: Wenn Schäden bei höherer Erwärmung überproportional (konvex) steigen, unterschätzt die in vielen IAMs übliche schwach-quadratische Schadensfunktion die Kosten des Nicht-Handelns erheblich.
  • Wachstumswirkung statt nur Niveauwirkung: Treffen Klimaschäden die Wachstumsrate (endogenes Wachstum) statt nur das BIP-Niveau, akkumulieren die Verluste über die Zeit — die Opportunitätskosten der Verzögerung sind dann deutlich größer.
  • Risiko/Unsicherheit (fat tails): Die explizite Behandlung tiefer Unsicherheit und von Extremrisiken verstärkt das Argument für frühes, vorsorgendes Handeln (Versicherungs-Logik).
  • Nordhaus-vs-Stern-Kluft relativiert: Die Differenz ist substanziell auf Modellannahmen (Schadens-Konvexität, Wachstumskanal, Risiko) zurückführbar, nicht nur auf die Diskontraten-Wahl.

Methodik

  • Theoretisch-analytische und numerische Erweiterung des DICE-Modells (Nordhaus-Klasse) um endogenes Wachstum, alternative (konvexere) Schadensfunktionen und Klimarisiko-Behandlung.
  • Vergleichende Sensitivitätsanalyse des optimalen CO₂-Preis-Pfads unter den drei Annahmen-Variationen.

Einschränkungen

  • Modell-theoretische Studie; die quantitativen Ergebnisse hängen von der Wahl der Schadens- Konvexität und der Risiko-Parametrisierung ab (Parameter-Unsicherheit).
  • Globaler Aggregat-Rahmen (IAM); keine sub-nationale/städtische Auflösung.
  • Fokus auf Mitigation-Optimalität; Anpassungskosten und Verteilungswirkungen nur am Rand.

Relevanz für Wien

Methoden-Sensitivitäts-Anker für WFK-9.2.3: zeigt, dass die quantifizierte Höhe der Kosten des Nicht-Handelns stark von drei Modellannahmen abhängt (Schadens-Konvexität, Wachstums- vs. Niveauwirkung, Risiko-Behandlung). Für eine Wiener Stadtwirtschafts-Modellierung heißt das: die Wahl der Schadensfunktion und die Unsicherheits-Behandlung sind keine Detailfragen, sondern treiben das Ergebnis — Annahmen müssen transparent gemacht und in Szenarien variiert werden. Stützt die Logik, Opportunitätskosten der Verzögerung als Bandbreite (nicht als Punktwert) auszuweisen.

Zitierweise

@article{dietz-stern-convexity-damage-2015,
  title   = {Endogenous Growth, Convexity of Damage and Climate Risk: How Nordhaus' Framework Supports Deep Cuts in Carbon Emissions},
  author  = {Dietz, Simon and Stern, Nicholas},
  year    = {2015},
  journal = {The Economic Journal},
  volume  = {125},
  number  = {583},
  pages   = {574--620},
  doi     = {10.1111/ecoj.12188},
  url     = {https://doi.org/10.1111/ecoj.12188}
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