Forschungsfragen Klima

Diversification of the urban forest—Can we afford to exclude exotic tree species?

Sjöman, Henrik; Morgenroth, Justin; Sjöman, Johanna Deak; Sæbø, Arne; Kowarik, Ingo · · Urban Forestry & Urban Greening, Vol. 18, S. 237–241 (Elsevier)

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Bibliographische Details

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2016-sjoman-diversification-exotic-tree-species
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Notizen

Positionspapier führender Stadtbaum-Forscher (u.a. Ingo Kowarik, Autor des IPBES-Neobiota-Diskurses) zur Rolle nicht-heimischer (exotischer) Baumarten in der Stadtbegrünung. Kernargument: In vielen Regionen ist der heimische Artenpool zu klein, um unter Klimawandel einen funktional diversen, resilienten und pflegearmen Stadtbaum-Bestand aufzubauen; ein kategorischer Ausschluss von Exoten verzichtet auf wichtige Anpassungsoptionen. Plädiert für standortbasierte (statt herkunftsbasierte) Artenwahl bei gleichzeitigem Invasivitäts-Screening. Direkt einschlägig für die Neophyten-Frage.

Zentrale Befunde

  • Heimischer Pool oft zu klein: In vielen (v.a. nord-/mitteleuropäischen) Regionen reicht die Zahl standortgeeigneter heimischer Arten nicht aus, um Diversitäts-Faustregeln (z.B. 10-20-30) und Klimaresilienz gleichzeitig zu erfüllen.
  • Standort statt Herkunft: Auswahlkriterium sollte die funktionale Standorteignung (Trockenheit, Hitze, Boden) sein, nicht primär der heimisch/exotisch-Status; gut angepasste, nicht-invasive Exoten erweitern das resiliente Sortiment.
  • Invasivitäts-Screening als Bedingung: Diversifizierung mit Exoten erfordert eine Risikoprüfung auf Invasionspotenzial — die Autoren trennen „nicht-heimisch" scharf von „invasiv".

Methodik

Konzeptioneller Review/Positionspapier: Synthese der Argumente für und gegen exotische Arten in der urbanen Forstwirtschaft, gestützt auf Diversitäts-/Resilienz-Theorie und Fallbeispiele; keine eigene empirische Erhebung.

Einschränkungen

  • Positionspapier, keine quantitative Wirkungsstudie einzelner Exoten-Programme.
  • Perspektive stark nordeuropäisch; für Wien ist der lokal relevante heimische Pool größer, das Grundargument (standortbasierte Diversifizierung + Invasivitäts-Screening) bleibt übertragbar.

Relevanz für den Forschungskatalog

Kernbeleg für WFK-6.5.1a (Rolle von Neophyten bei einer zukunftsorientierten Begrünung): liefert die differenzierte Fach-Position, dass nicht-heimische Arten unter Klimawandel ein legitimer, teils notwendiger Baustein resilienter Stadtbegrünung sind — sofern standortbasiert ausgewählt und auf Invasivität geprüft. Stützt zudem WFK-6.5.1 (Sortiments-Diversifizierung als Resilienzstrategie).

Zitiert in 2 Forschungsfragen

Quelldatei

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