Green industrial policy
Rodrik, Dani · · Oxford Review of Economic Policy, 30(3), 469–491 (Oxford University Press)
Bibliographische Details
- Quellen-ID
- 2014-rodrik-green-industrial-policy
- Abgerufen
Notizen
added_by: claude-opus-4-8@prompts/synthesis.v2.md (campaign #272 Cluster 9, W3-A2, 2026-06-25). Kanonischer Referenztext zur grünen Industriepolitik. Begründet, warum technologie-/branchen- spezifische öffentliche Förderung im Klima-Kontext ökonomisch gerechtfertigt ist: doppeltes Marktversagen (Umwelt-Externalität PLUS Innovations-/Lern-Externalität und Koordinations- Versagen) → reines Carbon-Pricing reicht nicht, gezielte Angebots- und Innovationspolitik ist komplementär nötig. Wichtig für 9.1.2: Rodriks „embedded autonomy"-/Discovery-Argument — Industriepolitik ist ein iterativer Such-Prozess (Staat-Privat-Dialog), KEIN allwissendes Picking-Winners; entscheidend sind eingebaute Korrektur-/Exit-Mechanismen (Förder-Konditionen, Sunset-Clauses), um Capture und ineffiziente Dauer-Subvention zu vermeiden.
Zentrale Befunde
- Doppeltes Marktversagen rechtfertigt grüne Industriepolitik: Neben der Umwelt-Externalität (CO₂) existiert eine Innovations-/Lern-Externalität (Wissens-Spillovers, Skalen-/Lernkurven) und Koordinations-Versagen — ein reines Preis-Signal (Carbon-Pricing) internalisiert nur die erste, nicht die zweite; gezielte Angebots-/Innovationsförderung ist komplementär nötig.
- Industriepolitik als Entdeckungsprozess: Rodrik rahmt Industriepolitik nicht als „picking winners", sondern als iterativen Such-/Lernprozess in eingebettetem Staat-Privat-Dialog („embedded autonomy") — der Staat kennt die besten Technologien ex ante nicht und muss Information aus dem Markt extrahieren.
- Konditionalität und Exit: Wirksame grüne Industriepolitik braucht eingebaute Disziplin — klare Förder-Konditionen, Performance-Benchmarks, Sunset-Clauses und Exit-Mechanismen —, um regulatorischen Capture und ineffiziente Dauer-Subvention zu verhindern.
- Komplementarität der Instrumente: Preis-Instrumente, Standards und Industriepolitik sind keine Substitute, sondern ein Policy-Mix; politische Ökonomie (Akzeptanz, Lobby-Resilienz) ist ein eigenständiges Designkriterium.
Relevanz für den Forschungskatalog
Tier-1-akademischer Anker für WFK-9.1.2 zur Frage-Komponente „Incentives für eine Verbreiterung des Angebots an klimarelevanten Leistungen" und „Märkte aktiv formen". Liefert das ökonomische Rechtfertigungs-Gerüst (doppeltes Marktversagen) plus die Design-Leitplanken (Konditionalität, Exit), die eine Wiener Förder-Architektur (z.B. „Raus aus Gas", Wohnbauförderung, Wirtschaftsagentur-Programme) gegen Mitnahme-Effekte und Subventions-Verfestigung absichern.
Zitierweise
@article{rodrik2014greenindustrialpolicy, title = {Green industrial policy}, author = {Rodrik, Dani}, journal = {Oxford Review of Economic Policy}, volume = {30}, number = {3}, pages = {469--491}, year = {2014}, doi = {10.1093/oxrep/gru025}, url = {https://academic.oup.com/oxrep/article-lookup/doi/10.1093/oxrep/gru025} }
Zitiert in 2 Forschungsfragen
- Kreislaufwirtschaft
- Märkte und Finanzierung
Quelldatei
sources/2014-rodrik-green-industrial-policy.md
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