The Economics of Climate Change: The Stern Review
Stern, Nicholas · · Cambridge University Press
Bibliographische Details
- Quellen-ID
- 2007-stern-economics-climate-change
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Notizen
Der Stern Review (im Auftrag des britischen HM Treasury, 2006/2007) ist die kanonische Referenz für die ökonomische Argumentation, dass die Kosten des Nicht-Handelns die Kosten frühzeitigen Klimaschutzes weit übersteigen. Methodisch: IAM-gestützte Kosten-Nutzen-Analyse mit niedriger sozialer Diskontrate (ethisch begründet). Kontroverse Diskontraten-Debatte (Nordhaus/Weitzman) ist Teil der Rezeptionsgeschichte und beim Zitieren mitzuführen.
Zentrale Befunde
- Kosten des Nicht-Handelns: Unkontrollierter Klimawandel kostet langfristig dauerhaft in der Größenordnung von ~5 % des globalen BIP pro Jahr, in breiteren Schätzungen (inkl. Risiken/Nicht-Markt-Schäden) bis zu ~20 % oder mehr — gegenüber Kosten ambitionierter Mitigation von rund ~1 % des globalen BIP pro Jahr. Frühes Handeln ist ökonomisch überlegen gegenüber verzögertem Handeln (Kernargument der „Kostenwahrheit").
- Klimawandel als größtes Marktversagen der Geschichte: Treibhausgas-Emissionen sind eine globale Externalität; die ökonomisch first-best-Antwort ist ein Preis auf Kohlenstoff (Bepreisung), flankiert durch Technologiepolitik und Abbau von Verhaltens-/Informations-Barrieren.
- Diskontraten-Wahl ist entscheidend und normativ: Stern verwendet eine niedrige soziale Diskontrate (geringe reine Zeitpräferenz) — ethisch begründet (intergenerationale Gerechtigkeit). Diese Wahl ist der Haupt-Hebel der späteren Kontroverse (Nordhaus, Weitzman) und muss bei jeder Quantifizierung des Nicht-Handelns explizit gemacht werden.
- Drei Politik-Elemente: (1) Carbon-Pricing (Steuer, Handel, Regulierung), (2) Technologiepolitik (FuE, Deployment-Förderung), (3) Abbau von Barrieren bei Energieeffizienz und Information/Verhalten.
Relevanz für den Forschungskatalog
Globaler Quaternär-Anker für WFK-9.2.3 (Quantifizierung der Opportunitätskosten / Kosten des Nicht-Handelns, „gegenrechnen") und für die Kostenwahrheits-/Externalitäten-Logik in WFK-9.2.4 (Internalisierung via Push-Maßnahmen, Ende klimaschädlicher Subventionen) sowie WFK-9.2.1 (Finanzierungs-Rahmen). Liefert die kanonische ökonomische Begründung, warum frühzeitige Klima-Investitionen kosteneffizienter sind als Verzögerung — als analytischer Rahmen, in den Wien-spezifische Stadtwirtschafts-Modellierung eingebettet wird. Grenze: globale Aggregat-Sicht, Diskontraten-Kontroverse ist mitzuführen; Wien-Adaption nötig.
Zitierweise
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Quelldatei
sources/2007-stern-economics-climate-change.md
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