Forschungsfragen Klima

GIS-based Analysis of Vienna's Material Stock in Buildings

Kleemann, Fritz; Lederer, Jakob; Rechberger, Helmut; Fellner, Johann · · Journal of Industrial Ecology, Vol. 21, No. 2, S. 368–380

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Bibliographische Details

Quellen-ID
2017-kleemann-vienna-material-stock-buildings
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Notizen

TU-Wien-Primärquelle (Christian-Doppler-Labor für Anthropogene Ressourcen, Institut für Wassergüte und Ressourcenmanagement) zur kleinräumigen Quantifizierung des Material-Lagers im Wiener Gebäudebestand. Methodische Backbone-Quelle für das Konzept eines Material-Katasters (WFK-3.3.1c) und für Urban-Mining-/Sekundärrohstoff- Potenziale. Verbindet GIS (Gebäude-Geometrie aus amtlichen Geodaten) mit bauteil-/material-spezifischen Kennwerten zu einer räumlich aufgelösten Material- Bilanz für eine Großstadt.

Zentrale Befunde

  • Räumlich aufgelöstes Material-Lager auf Stadtebene: Die Studie koppelt amtliche GIS-Gebäudedaten (Footprint, Höhe, Bauperiode, Nutzungstyp) mit material­intensitäts- Kennwerten (kg Material pro m³ umbauten Raums, nach Bauteil und Bauepoche) zu einer räumlich aufgelösten Bilanz des im Wiener Gebäudebestand gebundenen Materials. Damit liegt erstmals ein reproduzierbares Verfahren vor, das aus vorhandenen Geodaten ein flächendeckendes „Materialkataster" der gebauten Substanz ableitet — ohne Einzel- Begehung jedes Objekts.
  • Größenordnung des anthropogenen Lagers: Der Wiener Gebäudebestand bindet ein Material-Lager im dreistelligen Millionen-Tonnen-Bereich, dominiert von mineralischen Massenbaustoffen (Beton, Ziegel, Mörtel) mit kleineren, aber wert- und recyclingrelevanten Anteilen an Metallen (Stahl, Kupfer, Aluminium) und Holz. Die Material-Zusammensetzung variiert systematisch mit der Bauperiode — eine direkte Voraussetzung für vorausschauende Rückbau- und Recyclingplanung.
  • Bauepochen-Stratifizierung als Datenmodell: Die Genauigkeit der Bilanz hängt entscheidend von der Bauepochen-Klassifikation ab (Gründerzeit, Zwischenkriegszeit, Nachkriegs-Großwohnbau, moderne Perioden), weil sich Konstruktionsweise und Material-Intensität pro Epoche stark unterscheiden. Das illustriert, welche Attribute ein zentrales Materialkataster pro Gebäude mindestens führen muss.
  • Urban-Mining-Anschluss: Die Karte identifiziert Stadtteile mit hoher Sekundärrohstoff-Dichte und macht das Gebäude-Lager als künftige Rohstoffquelle planbar — Grundlage für Rückbau-Priorisierung, Recycling-Logistik und die Bewertung der Kreislauffähigkeit von Quartieren.
  • Methodische Grenzen: Die Bilanz ist nur so gut wie die zugrunde liegenden Material-Intensitäts-Faktoren und die GIS-Attribut-Vollständigkeit; Innenausbau, Haustechnik und Bauteil-Verbindungsdetails (relevant für die tatsächliche Demontierbarkeit) bleiben unterbestimmt. Das markiert die Schnittstelle zu BIM- basierten, bauteilscharfen Material-Inventaren für Neubauten.

Relevanz für den Forschungskatalog

Wien/AT-Primärbeleg für WFK-3.3.1c (zentrale Datenbank / Materialkataster, Modellentwicklung) und WFK-3.3.1 (digitale Instrumente zur Kreislauf-Modellierung): liefert das erprobte, reproduzierbare GIS-Verfahren, mit dem Wien ein flächendeckendes Material-Lager-Kataster aus vorhandenen Geodaten ableiten kann, sowie die Bauepochen- Datenstruktur, die ein solches Kataster führen muss. Stützt zudem WFK-3.3.2 (Ressourceneinsatz berechnen) mit der MFA-fundierten Lagerbilanz und ergänzt die bauteilscharfe BIM-Perspektive um die Bestands-/Urban-Mining-Dimension.

Zitiert in 5 Forschungsfragen

Quelldatei

sources/2017-kleemann-vienna-material-stock-buildings.md

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