Forschungsfragen Klima

High-Resolution Maps of Material Stocks in Buildings and Infrastructures in Austria and Germany

Haberl, Helmut; Wiedenhofer, Dominik; Schug, Franz; Frantz, David; Virág, Doris; Lederer, Jakob; Fishman, Tomer; et al. · · Environmental Science & Technology, Vol. 55, No. 5, S. 3368–3379

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Bibliographische Details

Quellen-ID
2021-haberl-material-stocks-maps-austria-germany
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Notizen

AT-Primärquelle (BOKU Wien, Institut für Soziale Ökologie / Haberl-Wiedenhofer-Gruppe, mit TU-Wien-Beteiligung). Erweitert das Vienna-Material-Stock-Verfahren auf einen gesamt-österreichischen (und deutschen) hochaufgelösten Raster-Datensatz (50 m) für Material in Gebäuden UND Infrastruktur (Straßen, Schienen). Methodische Quelle für die Skalierbarkeit eines Materialkatasters über Fernerkundungs-/Geodaten und für die Tiefbau-Komponente (Infrastruktur-Material) von WFK-3.3.1a.

Zentrale Befunde

  • Flächendeckendes, hochaufgelöstes Material-Lager via Fernerkundung: Die Studie erzeugt für ganz Österreich und Deutschland gerasterte Karten (50 m Auflösung) des in Gebäuden und Infrastrukturen gebundenen Materials, indem Satelliten-Fernerkundung (Sentinel/Landsat, versiegelte Flächen, Gebäudehöhen) mit material­intensitäts-Daten kombiniert wird. Das demonstriert, dass ein Material-Kataster nicht auf manuell gepflegte Gebäude-Register angewiesen ist, sondern aus offen verfügbaren Geodaten skaliert werden kann.
  • Gebäude UND Infrastruktur erfasst: Anders als rein gebäudezentrierte Ansätze bilanziert die Studie auch die Tiefbau-/Infrastruktur-Material-Lager (Straßen, Schienen, Netze) — die in Tonnen oft die Größenordnung der Gebäude erreichen. Das ist direkt relevant für die Hoch-/Tiefbau-Differenzierung der BIM- und Kataster-Fragen.
  • Räumliche Heterogenität als Planungssignal: Die Karten zeigen ausgeprägte räumliche Muster der Material-Dichte (urban vs. ländlich, Bauperiode, Nutzung), die für die Priorisierung von Urban-Mining, Rückbau-Logistik und Sekundärrohstoff-Kreisläufen genutzt werden können — eine Datengrundlage, die ein Wiener Materialkataster in den nationalen Kontext einbettet.
  • Methodischer Standard für reproduzierbare Material-Bilanzen: Der offen dokumentierte Workflow (Fernerkundung → Material-Intensitäts-Faktoren → gerasterte Stock-Bilanz) setzt einen Referenz-Standard, an dem ein behördliches Materialkataster-Modell methodisch andocken kann, inkl. Validierung gegen kleinräumige Studien (wie das Vienna-Material-Stock-Verfahren).
  • Grenzen: Die Fernerkundungs-Methode liefert aggregierte Material-Mengen, nicht bauteilscharfe Demontage-Information; für die tatsächliche Kreislauffähigkeit braucht es ergänzend BIM-/Gebäudepass-Daten auf Objektebene.

Relevanz für den Forschungskatalog

AT-Primärbeleg für WFK-3.3.1c (zentrale Datenbank / Materialkataster — Skalierbarkeit und Datenquellen-Modell) und WFK-3.3.1a (BIM im Hoch-UND Tiefbau — liefert die Infrastruktur-Material-Dimension). Ergänzt die kleinräumige Wiener Material-Stock-Studie 2017-kleemann-vienna-material-stock-buildingsWien um den national skalierten, fernerkundungsbasierten Ansatz und zeigt, wie ein Materialkataster aus offenen Geodaten reproduzierbar abgeleitet werden kann. Stützt auch WFK-3.3.2 (Ressourceneinsatz-Bilanzierung).

Zitiert in 5 Forschungsfragen

Quelldatei

sources/2021-haberl-material-stocks-maps-austria-germany.md

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